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Pressekonferenz anlässlich der Ausstellung Ärzte der heiligen ab 11. Mai im Stift Vorau

Ausstellungskurator Stefan Nachförg, steirischer Vergoldermeister Valentin Schaunigg, Zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom, Propst Gerhard Rechberger, Vergoldermeister Markus Bauer (NÖ) und Maler-Innungsmeister Alois Feuchter
Ausstellungskurator Stefan Nachförg, steirischer Vergoldermeister Valentin Schaunigg, Zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom, Propst Gerhard Rechberger, Vergoldermeister Markus Bauer (NÖ) und Maler-Innungsmeister Alois Feuchter

Sonderausstellung der österreichischen Vergolder und Staffierer beleuchtet ab 11. Mai 2019 in Stift Vorau Geschichte und Techniken des ersten lebendigen Handwerks, das 2017 in die österreichische Liste des immateriellen Kulturerbes der UN-ESCO aufgenommen wurde.

 

Die Handwerksausstellung der Vergolder und Staffierer mit dem Titel „Ärzte der Heiligen“ erfreute sich im Winter 2018/2019 im Diözesanmusum St. Pölten bereits großen Besucherinteresses. Dank des Einsatzes des Ökonomen des Chorherren Stiftes Vorau, Prälat Rupert Kroisleitner, sowie der Initiative des steirischen Berufsgruppensprechers Vergoldermeister Valentin Schanigg und des Ausstellungskurators, Vergoldermeister Stefan Nachförg gelang es, die erfolgreiche Erstausstellung vom Diözesan Museum St. Pölten dem Augustiner Chorherrenstift Vorau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld als Wander-Ausstellung weiterzureichen. Stefan Nachförg, Kurator der Ausstellung: „Die Vergolder und Staffierer Österreichs freuen sich, Ihre Ausstellung im Stift Vorau, der barocken Perle und dem geistlichen Zentrum des steirischen Jogllandes präsentieren zu können. Unser besonderer Dank gilt dabei Propst Gerhard Rechberger für die freundliche Unterstützung und gute Zusammenarbeit.“

WKO Niederösterreich übergibt Ausstellungssymbols an steirische Landesinnung

Bereits im Vorfeld der offiziellen Eröffnung am 10. Mai wird das Zunftwappen der österreichischen Vergolder und Staffierer als Ausstellungs-Symbol von den Vertretern der Wirtschaftskammer Niederösterreich in Graz feierlich den steirischen Kollegen der Landesinnung der Maler und Tapezierer übergeben. Dies ist quasi der Auftakt für die steirische Zeitreise durch die Geschichte des Handwerks von seinen Ursprüngen im alten Ägypten bis zu seiner neuen Blütezeit in der Gegenwart.

Vier Ausstellungssäulen

Neben einem historischen Beitrag über die Zunft und ihr Werkzeug gliedert sich die Ausstellung thematisch in vier Schwerpunkte:

  • Kirchenvergoldung, Fassmalerei, Kirchenmalerei
  • Bauvergoldung
  • Rahmenmacher
  • Möbel, moderne Kunst und Design

Ergänzt werden die einzelnen Themenfelder durch historische Dokumente sowie Fotos und Filmmaterial über die Entstehung eines Objektes, über Werkstoffe und Utensilien, die Ausbildung und den Werdegang eines Vergolders.

Exklusiv in Stift Vorau

In Kooperation mit Stift Vorau werden mehrere Objekte aus der Stiftskirche explizit

ausgeschildert und mit genauen Beschreibungen der Vergoldetechnik versehen. Speziell für die steirische Ausstellung werden im Aufbau eine Modentvergoldung, wie sie in der Stiftskirche zu sehen ist, und ein barocker Stuckaufbau hergestellt. Feierlich eröffnet wird die Handwerksausstellung am 10. Mai 2019 von Propst Gerhard Rechberger, der auf den starken Lokalbezug der Ausstellung zur prachtvollen Stiftskirche hinweist: „Das Gold ist die Farbe des Göttlichen und Heiligen und schenkt uns heilsame Berührung“. Sonderführungen für die steirische Malerinnung sowie interessierte Fachgruppen bieten Einblick ins historische Handwerk mit neuem „goldenen Boden“. Die Ausstellung kann täglich bis 30 September 2019 im Rahmen der Stifts- oder Sonderführungen besichtigt werden.

Ärzte, Maler, Vergolder & ein gemeinsamer Schutzheiliger

Den Ehrenschutz für die Sonderausstellung „Ärzte der Heiligen“ hat die steirische Landesinnung der Maler und Vergolder übernommen. „Beheimatet“ diese doch auch die „Kirchenmaler“. Einen Beruf, dem die Ausbildung des Malers mit dem Schwerpunkt „Historische Maltechniken“ vorausgeht! Gemeinsamkeiten mit den Ärzten sind nicht zufällig. So haben Vergolder, Maler und Ärzte denselben Schutzpatron, den „Heiliger Lukas“. Bereits im Mittelalter gab es die Zunft der „Lukasgilden“, denen die Maler und Vergolder angehörten. Die historischen Maltechniken, die bei dieser Ausstellung im Verbund mit den Vergoldetechniken gezeigt werden, sind auf Jahrhundertealte Maltechniken zurückzuführen. „Das Staffieren, Fassen, Malen und Vergolden ist eine Handwerkstechnik mit bedeutendem historischen Hintergrund, die auch in der Gegenwart Bestand hat. Damals wie heute waren und sind diese Arbeiten eng miteinander verbunden. Die wertvolle Handwerksarbeit ist aus der Denkmalpflege ebenso wenig wegzudenken, wie aus dem modernen baubiologischen Bauen und der dekorativen Innenausstattung. Daher ist es für die steirische Landesinnung der Maler & Vergolder ein echtes Bedürfnis und eine große Ehre, diesen Ehrenschutz zu übernehmen“, versichert Landesinnungsmeister Alois Feuchter.

Das Handwerk, eine Zeitreise durch die Kunstgeschichte

Das Vergolderhandwerk wurde am 15. März 2017 als erstes lebendiges Handwerk in die österreichische Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Ein Jahr nach dem Europäische Kulturerbejahr 2018 – European Year of Cultural Heritage 2018 – präsentieren die Vergolder und Staffieren nun im Rahmen der Ausstellung „Ärzte der Heiligen“ die Bandbreite ihrer Tätigkeit: Das Handwerk der Vergolder und Staffierer entstand vor ca. 4500 Jahren im Reich der ägyptischen Pharaonen. Auch im asiatischen Raum können Vergoldungen von der Wissenschaft bereits sehr früh nachgewiesen werden.

  • Polimentvergoldung, auf den Spuren der Pharaonen

Die Polimentvergoldung, wie sie im europäischen Raum verwendet wird, führt jedoch in die Gräber der Pharaonen zurück. Diese Königsdisziplin der Vergoldung hat sich vermutlich aus der Goldschmiedekunst entwickelt. Der Zweck der Vergoldung, eine Imitation von massiven Goldgegenständen, wurde ursprünglich durch dünne Goldbleche verfolgt. Durch immer dünner werdende Folien war es schließlich nicht mehr möglich, diese mechanisch an das Objekt anzubringen. Es entwickelte sich eine neue Technik der Befestigung von Goldblattfolien mittels Klebemittel. Eine Technik, die es nun auch erlaubte, kompliziert gearbeitete Objekte zu vergolden. Das Wissen um die Polimentvergoldung wurde von der Antike über Klosterwerkstätten in die Neuzeit weitergegeben.

  • Branntweinvergoldung, ein Hauch von Gold

Die im Aufbau 16 Arbeitsschritte umfassende „Branntweinvergoldung“ hat sich über die Klöster des Mittelalters auch in unseren Breiten manifestiert und bildet aus klimatischen Gründen den Hauptanteil der Vergoldung im Alpenraum: Der Vergolder und Staffierer schafft es hier mit einem Hauch von Gold – einem 10.000stel Millimeter Blattgold – und Rezepturen, die sich seit dem Mittelalter kaum verändert haben, einem banalen Holzstück den Anschein von purem Gold zu verleihen.

  • Die Kunst des Staffierens

Betritt man heute eine Kirche und betrachtet die unterschiedlichen Gesichter der Heiligen, deren bunte Gewänder und die kunstvollen Holzaltäre mit Scheinmarmor, präsentiert sich eine weitere Tätigkeit des Handwerks, die des Staffierens.Unter dieser alten Bezeichnung versteht man das „Bemalen der nicht vergoldeten Flächen“. Das Spektrum des handwerklichen Könnens reicht hier von den feinen Gesichtszügen der Madonna bis hin zum Imitieren von Marmoroberflächen.

 

Ein Handwerk am besten Weg in die Zukunft

Prachtvolle Kirchen und Klöster, prunkvolle Barockbauten, der glänzende Charme von Jugendstil und Art Deco… Die Kunstfertigkeit des Vergolder- und Staffiererhandwerks hat über die Jahrhunderte hinweg österreichische Bauten innen und außen geprägt. Alle Stilrichtungen bedienten sich als Ausdrucksmittel der unterschiedlichsten Techniken dieses Handwerks. Erst mit dem 20. Jahrhundert kam es aufgrund der neuen Stilrichtungen und deren Anspruch an Sachlichkeit und Funktionalität zu einem Rückgang des Vergolder- und Staffiererhandwerks. Heute macht sich das Handwerk den neuen Trend zu wieder mehr Individualität bei Produkten erfolgreich zunutze und bringt die handwerklichen Fähigkeiten auf vielfältige Weise zur Anwendung. „Neben punktuellen Möglichkeiten in der Architektur bieten vor allem Möbel und Innenraumdesign die Chance, unser Handwerk erfolgreich in die Zukunft zu führen“, weist Ausstellungskurator Stefan Nachförg auf die breitgefächerten Einsatzmöglichkeiten des Vergoldens und Staffierens bei Möbelstücken, Lampen oder der exklusiven Wandgestaltung auch in der Gegenwart hin.

Graz, 29. April 2019

Rückfragehinweis:

Dr. Bernd Haintz
WKO Steiermark

Innungsgeschäftsführung Bauhandwerk

0316 / 601 473

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